Forderungen zur Landtagswahl 2026:
Ein klarer Plan für verlässlichen Klimaschutz
Baden-Württemberg will mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040 Vorreiter im Klimaschutz sein. Derzeit verfehlt es jedoch seine eigenen Klimaziele deutlich [1] – und gefährdet damit die Zukunftsfähigkeit unserer Region, ihrer Wirtschaft und Gesellschaft. Wir brauchen deshalb einen klaren, verlässlichen und sozial gerechten Plan zur Klimaneutralität, der konsequent umgesetzt wird und niemanden zurücklässt. Das Land muss wirksamere Maßnahmen ergreifen, ausreichende finanzielle Mittel für den Klimaschutz bereitstellen und soziale Gerechtigkeit bei allen Weichenstellungen in den Mittelpunkt stellen.
Damit ‘s Ländle auch in Zukunft ein lebenswerter Ort für alle bleibt, fordern wir, die folgenden Maßnahmen prioritär umzusetzen:
Klimaschutz als kommunale Pflichtaufgabe
Kommunen müssen beim Klimaschutz verbindlich gefordert und verlässlich gefördert werden. Das Land muss dafür klare gesetzliche Vorgaben, konkrete Ziele und eine solide, fördermittel-unabhängige Grundfinanzierung bereitstellen – nur so lassen sich notwendige Investitionen und ein landesweiter Mindeststandard sichern.
Landesweiter Klimaanpassungs-Fonds
Die Klimafolgen treffen uns in Baden-Württemberg besonders hart – mit wachsenden Schäden, etwa für Gesundheit, Landwirtschaft, Privatpersonen und Wälder. Wir fordern einen Klimaanpassungs-Fonds, der alle Akteur*innen aktiv beim Umgang mit Klimafolgen unterstützt. Soziale Kriterien und echte Beteiligung müssen dabei verbindlich verankert werden. Nur mit einer stabilen Finanzierung kann Baden-Württemberg Land, Menschen und Wirtschaft wirksam vor der Klimakrise schützen.
Nachhaltige Mobilität für alle: Flächendeckende Mobilitätsgarantie bis 2030 und zurück zum 49€ Ticket
Alle Menschen in Baden-Württemberg müssen verlässlich und unabhängig vom Wohnort Zugang zu bezahlbarer und nachhaltiger Mobilität haben. Dafür braucht es bis 2030 flächendeckend eine Mobilitätsgarantie mit regelmäßiger Taktung des ÖPNV. Damit sich alle Menschen in Baden-Württemberg nachhaltige Mobiltät leisten können, fordern wir die Rückkehr zum 49€ Ticket und ein preiswerteres D-Ticket JugendBW. Realisiert werden soll dies durch landesweite Subventionen, ähnlich zur bereits bestehenden Finanzierung des D-Ticket JugendBW.
Gasausstieg und Wärmewende konsequent vorantreiben
Wir fordern verbindliche Dekarbonisierungsziele für die Gas- und Wärmeversorgung, die auch in die kommunalen Wärmepläne integriert werden. Dafür braucht es einen klaren Maßnahmenplan sowie eine dauerhaft verlässliche Förderung, die soziale Sicherheit garantieren – nur so entsteht Planbarkeit für Wirtschaft und Haushalte. So stellen wir sicher, dass niemand auf dem Weg zur Klimaneutralität zurückgelassen wird!
Windkraft-Offensive: Verzehnfachung des Windausbaus
Der Windkraftausbau in Baden-Württemberg muss in den kommenden Jahren verzehnfacht werden, um unsere Ausbauziele zu erreichen [1]. Dafür braucht es mehr Förderung, beschleunigte Genehmigungsverfahren mit mehr Personal und eine effizientere Flächenausweisung. Kommunen müssen stärker einbezogen und verpflichtend an den Gewinnen beteiligt werden – für mehr Akzeptanz und Tempo beim Ausbau.
In die Umsetzung kommen: Ausbildungsoffensive für Klima-Jobs
Klimaschutz braucht Menschen, die anpacken – ob bei Gebäudesanierung, im ÖPNV oder im Bau neuer Technologien. Dafür brauchen wir viele gut ausgebildete Arbeitskräfte in Jobs mit attraktiven Arbeits- und Ausbildungsbedingungen. Das Land muss die Rahmenbedingungen verbessern, zusätzliche Ausbildungsplätze gezielt fördern und den konkreten Fachkräftebedarf umfassend analysieren.
Transformationsförderung für Unternehmen
Baden-Württemberg ist stolz auf seinen Mittelstand – das soll auch so bleiben. Um weiter voranzugehen, müssen sich viele der Unternehmen neu aufstellen – das sagen sie auch selbst [2]. Die Landesregierung muss die Transformationsförderung deutlich ausbauen, einfacher zugänglich machen und gezielt zukunftsfähige Wirtschaftsbereiche im Land stärken und ansiedeln.
Quellen
(1) laut dem Klima-Sachverständigenrat der Landesregierung, siehe https://um.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-um/intern/Dateien/Dokumente/4_Klima/Klimaschutz/Klima-Sachverstaendigenrat/240930-Stellungnahme-Klima-Sachverstaendigenrat-Fortschritt-Klimaschutz-und-KMR.pdf (zuletzt aufgerufen am 17.06.2025)
(2) Aufruf des Transformationsnetzwerk Nordschwarzwald an die Politik
https://trafonetz.de/wp-content/uploads/2025/03/Aufruf-aus-dem-NSW-inkl.-Unterzeichner-final_01.03.2025-1.pdf (zuletzt aufgerufen am 24.06.2025)
Kontakt
Bei Fragen, Presseanfragen oder Anregungen melde Dich immer gerne bei uns:
baden-wuerttemberg@fridaysforfuture.de
Frühere und sonstige Forderungen
FORDERUNGEN ZUM KLIMASCHUTZGESETZ
Während die Klimakrise in großen Schritten näher kommt, treten wir mit kleinen Schritten quasi auf der Stelle. Wir können nicht ein wenig Klimaschutz machen, das Thema ist nicht nur ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung – Wir müssen genug tun! Dafür braucht es in den nächsten 8 Jahren einen konsequenten Wandel in allen Bereichen unseres Landes. Die Landesregierung hat die Verantwortung und Macht für diesen Wandel.
Noch dieses Jahr soll vom Landtag eine Novellierung des Klimaschutzgesetzes beschlossen werden, daher stellt Fridays For Future BW jetzt Forderungen, die dringend in das neue Klimaschutzgesetz aufgenommen werden sollten. Diese Forderungen zeigen ganz konkrete Maßnahmen, die wirksamen Klimaschutz in Baden-Württemberg bewirken. Baden-Württemberg hat eine starke Industrie und kann zu einem Vorreiter in Sachen Klimagerechtigkeit werden – Diese geforderten Maßnahmen legen dafür den Grundstein.
Unsere Forderungen zum Klimaschutzgesetz
Forderungen an die neue Regierungskoalition
Fridays for Future begrüßt die von Bündnis 90/ Die Grünen und der CDU für die nächste Landtagswahl geplante Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre. Allerdings muss die politische Klimawende zwingend in den nächsten fünf Jahren stattfinden, andernfalls verfehlt Baden-Württemberg seinen Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen und zur Einhaltung der 1,5 Grad Grenze.
Wir fordern deshalb von der nächsten Landesregierung: Werden Sie Ihrer Verantwortung gerecht und handeln Sie entsprechend, dafür wurden Sie gewählt!
Unsere Forderungen zum Koalitionsvertrag
Forderungen an den Städtetag
Unsere Forderungen an den Städtetag
Forderungen Bundesweit:
allgemeine Forderungen
100 Tage Forderungen an die neue Bundesregierung
Forderungen zur Landwirtschaft
Lokale Forderungen:
Viele Ortsgruppen haben auch darüber hinaus Forderungen an ihre Stadtverwaltung oder ihren Landkreis gestellt.